Presse


10.&11. 03.2007
VORARLBERGER NACHRICHTEN

Meldestelle für Glücksmomente

Positive Gefühle beeinflussen vieles. Via Internet andere am Glück teilhaben lassen.

Das Glück geht online. Heute startet die erste österreichische Meldestelle für Glücksmomente. Unter www.meldestellefuergluecksmomente.at haben Leute ab sofort die Möglichkeit, persönliche Glückserlebnisse niederzuschreiben oder in schönen Momenten anderer zu stöbern, um dem eigenen Glück auf die Sprünge zu helfen. Initiiert wurde das Projekt von Mag. Heide-Marie Smolka, deren Arbeitsscherpunkt die Glücksforschung ist. "Vieles, was un sglücklich machen könnte, wird gar nicht registriert, weil es zu wenig spektakulär, zu alltäglich oder zu selbstverständlich ist", so die Psychologin.

Kostenlos zugänglich

Für Schwierigkeiten existieren indes Meldestellen aller Art. Das Positive hingegen findet kaum Beachtung. Dabei haben positive Gefühle nachgewiesen Einfluss auf Denken, Handeln und Entscheidungen. Sie beflügeln die Kreativität , fördern die Gesundheit und machen Menschen insgesamt kommunikativer: das heißt, Glück kann auch ansteckend sein.
Mit der Meldestelle für Glücksmomente hat Heide-Marie Smolka nun eine für jeden kostenlos zugängliche Methode geschaffen, sein Glück kundzutun. Allerdings: "Das große Glück ist eine Illusion, von der wir uns verabschieden müssen." Die Glücksforschung hat nämlich gezeigt, dass nicht die Intensität sondern die Häufigkeit glücklicher Momente ein erfülltes Leben ausmachen. Will heißen: Nicht der Lottogewinn beschert das große Glück, sondern vielmehr die Fähigkeit, sich in allen Lebenslagen an kleinen Dingen zu erfreuen. "Ich habe die Meldestelle gegründet, um sichtbar zu machen, wo das Glück überall auf uns wartet, wahrgenommen zu werden", erklärt Smolka.
Gesammelt wird alles, was Freude bereitet, zum Lachen bringt, das Herz erwärmt, Sorgen verkleinert, Ärger vertreibt, Kummer frisst und Stress reduziert. Denn ein glücklicher Mensch hat bessere Abwehrkräfte, ist insgesamt gesünder und kann sich in Problemsituationen schneller wieder beruhigen. Studien sehen für glückliche und optimistische Menschen sogar höhere Lebenserwartung gegeben.
Ganz anders sieht es mit dem Pessimismus aus. Er lähmt die Gesellschaft und fungiert oft als Auslöser für negative Entwicklungen. Smolka: "Glauben wir von den Informationen her, wie schlecht es um uns und unsere Zukunft bestellt ist, verhalten wir uns dementsprechend. Darunter leidet die Solidarität, weil jeder nur an sich denkt, was man noch retten kann." Also: Nicht nur für das Individuum, auch für eine Gesellschaft stellt Optimismus das Zukunftselixier schlechthin dar.

Stichwort: Glückstraining
Es gibt Strategien, die es ermöglichen, den persönlichen Glücksfaktor zu erhöhen. Befindet sich ein Mensch in freudiger Stimmung, ist ein bestimmtes Areal im Gehirn sehr aktiv und die Verästelung der Neuronen verdichtet sich. Schon nach wenigen Tagen, an denen man vermehrt positive Emotionen wie Glück, Freude oder Hoffnung empfindet, ist dieses Areal stärker ausgeprägt und man kommt leichter in positive Stimmung. Glücksmomente werden häufiger und intensiver erlebt. Man kann sogar den Vergleich zu einem Muskel anstellen, der durch Training leistungsfähiger wird. Gleiches gilt allerdings auch für unangenehme Emotionen. Deshalb sollte man lernen , die Aufmerksamkeit immer wieder auf das Positive zu lenken.

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