Presse


02.04.2007
DER STANDARD

Glücksmeldestelle

Nach Schweizer Vorbild gibt es nun auch in Österreich eine "Meldestelle für Glücksmomente". (Da Glücksmomente im ersten Taumel oft zu sehr mit sich beschäftigt sind, müssen sie bei der Meldestelle nicht persönlich erscheinen, können sich also auch von jenen vertreten lassen, die sie erleben.)

Zur Psychologie: Glück ist ansteckend. Wer was Schönes erfährt, dessen Herz beginnt zu lächeln. Wessen Herz lächelt, dessen Glück ist gegenwärtig, und eben dieser labile Moment sollte auf der Stelle eingefangen werden, ehe er sich verflüchtigt. So kommt das Glück wie ein Kettenbrief in Umlauf, jeder nimmt und gibt gleich weiter, solange der Glücksvorrat reicht. Und wo befindet sich nun diese erste Oase des momentanen Glücks? – Wir hatten es befürchtet: im Internet. Nirgendwo lässt sich`s gemeinsamer glücklich sein, nirgendwo allerdings auch einsamer.

Wollen Sie Ihr Glück lieber öffentlich austauschen, hier ein Tipp. Da hört man Schwärmereien wie: "Jetzt kommt´s gleich vire." "Ma braucht goa ka Jack´n net." Oder: "So schee woarm!" – Wahrlich es gibt keine besser positionierte Meldestelle für Glücksmomente als eine Wiener Parkbank in der Frühlingssonne.

dag

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